ZUCKERFABRIK ANKLAM

Nachhaltige Entwicklung im Einklang mit der Natur

Ausgewogene Düngung

Eine ausgewogene Düngung gewährleistet, dass den Zuckerrüben die Nährstoffe zugeführt werden, die für ein optimales Wachstum erforderlich sind. Eine Überdüngung ist zu vermeiden, da so Ressourcen verschwendet werden und die Umwelt negativ beeinflusst wird. Die beste Nutzung der Nährstoffe erfolgt in einem Boden mit guter chemischer (pH-Wert), physikalischer (Bodengefüge) und biologischer (Regenwürmer) Struktur, d.h. optimale Vorraussetzungen für ein gutes Wurzelwachstum. Ein guter Boden erhöht die Nährstoffausbeute und verringert damit den Bedarf an Dünger.

 Die Düngung der Zuckerrüben ist zu bemessen nach:

 - Nährstoffvorrat im Boden

 - Bodenart und Bodenzustand

- Nährstoffbedarf der Zuckerrüben (Entzüge für die einzelnen Nährstoffe ergeben sich näherungsweise aus dem Nährstoffgehalt des vom Feld gefahrenen Ertrages)

 - organischer Düngung (enthaltene Nährstoffe sind unter Beachtung der zeitlich verschiedenen Äquivalenzwerte zu berücksichtigen)

Es entspricht laut Düngeverordnung guter fachlicher Praxis, im Rahmen einer Fruchtfolge, mindestens aber alle 6 Jahre, schlagspezifische Bodenuntersuchungen zum P-, K-, Mg-gehalt und zum pH-Wert durchzuführen.



Effiziente, bedarfsgerechte Unkraut-, Schädlings- und Krankheitsbekämpfung

Die Unkrautbekämpfung soll verhindern, dass die Zuckerrüben mit dem Umkraut um Sonnenlicht, Wasser und Nährstoffe konkurrieren. Das Unkraut darf also nicht ungehindert wachsen. Durch eine Schädlings- und Krankheitsbekämpfung sollen die Pflanzen gegen schädliche Organismen geschützt werden, die sonst kleine Pflanzen abtöten und/oder die Zuckerproduktion verringern bzw. die Qualität größerer Pflanzen beeinträchtigen.

Unkraut kann durch Fruchtfolge und Bodenbearbeitung sowie durch direkte mechanische Bekämpfung begrenzt werden. Alle Maßnahmen zur Förderung von Wachstum und Gesundheit der Rübenpflanzen tragen dazu bei, die Zuckerrüben weniger anfällig gegen Schädlinge und Krankheiten zu machen. Eine angemessene Fruchtfolge trägt wesentlich zur Begrenzung von Krankheitsbefall bei.

 Jede chemische Bekämpfung muss sich streng am Bedarf orientieren. Entscheidend sind die Wahl der zugelassenen Produkte und Mengen, der korrekte Applikationszeitpunkt und die am besten geeignete Methode. Nur so ist eine wirksame Bekämpfung gewährleistet, die auch den Zuckerrübenpflanzen nicht schadet.

 Verwenden Sie ausschließlich zugelassene Pflanzenschutzmittel in vorgeschriebenen Mengen. Beachten Sie Gebrauchsanweisungen und Auflagen (u.a. zu Wartezeiten, Bienenschutz, Vogelschutz, Mindestabständen zu Oberflächengewässern und Nichtzielflächen, Wasserschutzgebiete). Führen Sie eine zeitnahe, exakte Dokumemtation aller Maßnahmen. Diejenigen Personen, die mit Pflanzenschutzmitteln umgehen, müssen geschult sein (Sachkundigennachweis). Das Spritzgerät muss auf Funktion und Sicherheit getestet sein (TÜV).

Nachfolgend finden Sie zunächst allgemeine Hinweise zum Pflanzenschutz, anschließend folgen spezielle Informationen zu:

  •  Unkraut
  • tierische Schaderreger
  • Blattkrankheiten 

Im Frühjahr wächst das Unkraut schneller als die Zuckerüben. Eine effiziente Unkrautbekämpfung muss daher möglichst früh beginnen (im Keimblattstadium des Unkrauts), denn größere Unkräuter erfordern wesentlich höheren Aufwand. Wählen Sie Herbizide nach Unkrautart, -größe und Wetterbedingungen.


Tierische Schaderreger treten jahresabhängig und regional unterschiedlich stark auf. Örtlich sind Maßnahmen gegen die Rübenlaus und die Rübenfliege notwendig. Weitere Schädlinge wie Schattenwickler, Wiesenwanze, Gammaeule, oder Erdflöhe kommen dagegen nur sporadisch in unserem Einzugasgebiet vor.


Blattkrankheiten können die Rübenblätter zerstören und eine Zuckerassimilation verhindern, so dass Rübenertrag und Zuckergehalt gemindert werden. Bereits bei der Saatgutwahl sollten blattgesunde Sorten berücksichtigt werden. Nutzen Sie Frühwarnsysteme vom Pflanzenschutzamt und Bekämpfungsschwellenwerte zur Entscheidungsfindung, ob ein Fungizideinsatz angebracht ist.

Bei Rizomania- oder Rhizoctoniabefall sollten resistente bzw. tolerante Sorten verwendet werden.


Schosser und Unkrautrüben

Schosser und Unkrautrüben führen zu Ertrags- und Qualitätsverlusten, erschwerten Rodebedingungen, problematischer Folgebestellung und zur Vermehrung rübenspezifischer Schädlinge. Durch den sehr hohen Strunkanteil im Erntegut kann es zu Verarbeitungsproblemen in der Zuckerfabrik kommen; im Extremfall werden werden solche Partien abgelehnt.  

Ein Schosser kann bis zu 5000 Samen produzieren, die bis zwanzig Jahre lang im Boden keimfähig bleiben. Die Bekämpfung wird sehr teuer, im Extremfall wird ein Anbau von Zuckerrüben unmöglich.
Schosser und Unkrautrüben sind spätestens bis Ende Juli zu entfernen bzw. abzubrechen. Wird die Maßnahme erst im August durchgeführt, sind Schosser und Unkrautrüben vom Feld zu transportieren, da bereits abgereifte Samen vorhanden sein können. Schosser, die erst im August auflaufen, bilden keine keimfähigen Samen mehr und können auf dem Feld verbleiben.

 

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Abteilung Landwirtschaft der Cosun Beet Company GmbH & Co. KG unter 03971-2540 bzw. agri.anklam@cosunbeetcompany.com. Vielen Dank!