ZUCKERFABRIK ANKLAM

Nachhaltige Entwicklung im Einklang mit der Natur

Bodenbeschaffenheit

Der Rübenanbau beginnt lange Zeit vor der Aussaat! Die Bodenbeschaffenheit ist das Ergebnis langjähriger Arbeit und von größter Bedeutung für den Ertrag.


Bodenspezifischer pH-Wert

Landwirtschaftlich genutzte Flächen sind einer ständigen Versauerung ausgesetzt. Ursache sind Ausscheidungen von Wurzeln und Mikroorganismen, der Entzug von Kalzium durch die Pflanzen, Auswaschung, versauernde Wirkung von Düngungsmaßnahmen und der Eintrag von versauernden Substanzen mit Niederschlägen.

Zuckerrüben reagieren besonders negativ auf einen niedrigen pH-Wert. Hohe Erträge werden nur erzielt, wenn der pH-Wert im neutralen Bereich (6,0-7,5) ist. Der pH-Wert beeinflusst die Bodenqualität nachhaltig - chemisch, physikalisch und biologisch.
Jeder Landwirt sollte alle 3-4 Jahre den Boden-pH-wert seiner Flächen prüfen.


Fruchtfolge, Begrenzung von bodenbürtigen Krankheiten, Zwischenfrüchte

Die Gestaltung des Ackerfächenverhältnisses und der Fruchtfolgen muss sowohl wirtschaftlichen als auch acker- und pflanzenbaulichen Anforderungen gerecht werden. Trotz wechselnder natürlicher und ökonomischer Bedingungen und der dadurch notwendig werdenden Veränderungen sollte sich an Fruchtfolgeprinzipien orientiert werden.

Einige bodenbürtige Krankheiten führen zu bedeutenden Ertragseinbußen und ihre Bekämpfung kann in vielen Fällen schwierig sein. Ein Krankheitsbefall kann durch einen weniger häufigen Anbau von Zuckerrüben begrenzt werden. Anbaupausen von 3 Jahren sollten eingehalten werden, d.h. maximal 25 % in der Rotation.

Raps ist eine Wirtspflanze für Rübenzystennematoden, Ausfallraps kann zu starker Vermehrung von Rübennematoden führen. 

Dem Zwischenfruchtanbau kann in der Fruchtfolge mit Rüben besondere Bedeutung zukommen (Minderung der Nährstoffauswaschung, Vorbereitung für Mulchsaat, Nematodenbekämpfung).


Geringe Verunkrautung in der Fruchtfolge

Langfristig spart es Ressourcen und auch Kosten, die Verunkrautung durchgehend möglichst niedrig zu halten. In der Fruchtfolge sollte es keine Flächen geben, in denen das Unkraut ungehindert wachsen kann. Wenn es am wirksamsten in der Rotation ist, sollten besondere Unkrautbekämpfungsmaßnahmen vorgesehen werden. Disteln und Quecken können beispielsweise in anderen Feldkulturen bzw. zwischen den Kulturen besser und billiger bekämpft werden als auf Zuckerrübenfeldern. Raps in der Fruchtfolge verteuert in der Regel die Unkrautbekämpfung im Zuckerrübenanbau.



Gute Bodenstruktur / Erosionsschutz

Eine gute Bodenstruktur ist die Grundlage für einen erfolgreichen Anbau von Zuckerrüben. Der Boden muss es den Wurzeln ermöglichen, Nährstoffe, Wasser und Sauerstoff aus dem Boden aufzunehmen. Der ideale Boden besteht etwa aus 50 % festen Bodenbestandteilen und einem Porengehalt von ebenfalls 50 %. Der Porengehalt besteht seinerseits aus 50 % wasserhaltigen Mikroporen und 50 % Makroporen, die Sauerstoff enthalten. Der ideale Boden zeichnet sich durch eine hohe vertikale Aufnahmefähigkeit aus, so dass Sauerstoff und Wasser schnell in den Boden eindringen können.

Das Bodenschutzgesetz bildet für den Bodenschutz eine bundeseinheitliche Grundlage. In § 7 wird der Eigentümer und Nutzer des Bodens verpflichtet, Vorsorge gegen das Entstehen schädlicher Bodenveränderungen zu treffen. Gemäß § 17 hat die landwirtschaftliche Bodennutzung nach "guter fachlicher Praxis in der Landwirtschaft" zur Sicherung der Bodenfruchtbarkeit und Leistungsfähigkeit des Bodens zu erfolgen.
Es werden dort wesentliche, direkt oder indirekt die Bodenbearbeitung betreffende Grundsätze der "guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft" beschrieben:
- die Bodenbearbeitung hat unter Berücksichtigung der Witterung grundsätzlich standortangepasst zu erfolgen
- die Bodenstruktur ist zu erhalten oder zu verbessern
- Bodenverdichtungen sind insbesondere durch Berücksichtigung der Bodenart, Bodenfeuchtigkeit und des von den zur landwirtschaftlichen Bodennutzung eingesetzten Geräten verursachten Bodendruckes so weit wie möglich zu vermeiden
- Bodenabträge sind durch standortangepasste Nutzung, insbesondere durch Berücksichtigung der Hangneigung, der Wasser- und Windverhältnisse sowie der Bodenbedeckung möglichst zu unterbinden
- der standorttypische Humusgehalt des Bodens ist insbesondere durch ausreichende Zufuhr an organischer Substanz oder durch Reduzierung der Bearbeitungsintensität zu erhalten.

  

 
Klärschlamm und tierische Düngemittel

Für den Rübenanbau dürfen keine Düngemittel oder Bodenhilfsstoffe eingesetzt werden, von denen eine Gefährdung bei der Verwendung der Zuckerrüben oder daraus erzeugter Produkte als Futtermittel für Wiederkäuer ausgehen kann. Dies betrifft insbesondere Klärschlamm und Düngemittel, die tierische Stoffe enthalten oder daraus hergestellt sind. Das verwendete Saatgut ist ebenso wie alle den Rübenfeldern im Anbaujahr zugeführten Produktionsmittel zu dokumentieren (Anlage 4 des Zuckerrübenlieferungsvertrages: Anbaudokumentation).

 


Weiterführende Informationen:


https://www.lallf.de/bekanntmachungen/veroeffentlichungen/broschueren/

- Mecklenburg-Vorpommern: https://www.isip.de/isip/servlet/isip-de/regionales/mecklenburg-vorpommern

- Brandenburg: https://www.isip.de/isip/servlet/isip-de/regionales/brandenburg/pflanzenschutzdienst/ackerbau

Carbokalk für die Kalkversorgung der Böden 

Leitlinien des integrierten Pflanzenschutzes im Zuckerrübenanbau

- Fachinformation zur organischen Düngung


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Abteilung Landwirtschaft der Cosun Beet Company GmbH & Co. KG unter 03971-2540 bzw. agri.anklam@cosunbeetcompany.com. Vielen Dank!